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Elbelied

Elbe, grüner Strom,
möchte mit dir schwimmen,
wenn um Werk und Dom
all die Lichter glimmen.

Heimatlich und nah
all die Lichter träumen.
Dresden, Altona –
gleiche Wasser säumen.

Elbe, wie du grollst!
Hör dich, Breite, rauschen,
die du trennen sollst,
ihre Grüße tauschen.

Elbe, Schwesterlein,
eil, ins Meer zu münden!
Die man will entzwein,
werden bald sich finden …

Paul Wiens

An den Plauischen Grund

O! Tal, so paradiesisch schön,
Dich hat Natur mit Zauberreiz geschmücket,
Durch dich wird mancher Wanderer beglücket,
Und mancher frohe Musensohn entzücket
Auf deinen unbegrenzten Höhn.

Romantischer war Tempe nicht
Und nicht das Tal, das Hüon einst erquickte,
Als ihn sein Unstern zu Alfonsen schickte,
Und Hunger ihn und durstige Liebe drückte,
Durchwebt mit sanftem Rosenlicht.

Dort in dem hellen Hintergrund
Liegt eine Mühle uns zu überraschen
Und dort, wo Knaben Schmetterlinge haschen,
Vergißmeinnicht des Flüßchens Fluten waschen,
Seh ich ein grünes Wiesenrund.

Und jenseits wird beschränkt mein Blick
Durch nackte Felsen, die die Fluten kühlen,
An denen froh Pygmäen – Fische spielen
Und auch des Sommertages Freude fühlen
Und ihr, von mir beneidet Glück.

Doch Gesners Muse führt mich nicht
Drum kann ich nicht dein Zauberbild entwerfen
Und meinen Blick auf deine Schönheit schärfen-
Hin in den Fluß will ich den Pinsel werfen,
Denn Unterlassen ist hier Pflicht.

Novalis

Räcknitz – Moreaudenkmal – Franzenshöhe

Mit Benutzung der Strassenbahn Georgplatz – Reichenbachstrasse (gelbe Wagen) bis zur Russischen Kirche, dann an der Linie Wettiner Bahnhof – Postplatz – Bergkeller (rote Wagen) bis zur Endstation. Nun die ahorn- und lindenbeschattete Bergstrasse hinaus am Sedanplatz vorbei, bis zur Restauration „Zum Stadtgute“ (¼ St.). Hier den Fahrweg links ab und den nächsten Fahrweg rechts aufwärts an dem Hochreservoir des II. Städtischen Wasserwerkes (das auf Tolkewitzer Flur angelegt ist) vorüber zu dem von drei Eichen überschatteten Moreaudenkmal auf dem Thonberge. Es besteht aus einem Syenitwürfe, auf dem, aus Eisen gefertigt, ein antiker Helm nebst Lorbeerkranz und Schert ruhen. Inschrift: „Moreau der Held fiel hier an der Seite Alexanders den 27. August 1813.“

Moreau ward in demselben Augenblicke, als er dem Kaiser von Russland meldete, dass Napoleon den linken Flügel der Oesterreicher umgehe, von einer Stückkugel getroffen, die ihm beide Beine zerschmetterte. In dem nahen Dorfe Nöthnitz wurde er amputiert. Er starb in Laun in Böhmen am 2. September 1813. Seine Beine liegen unter dem am 26. August 1814 errichteten Denkmal begraben, sein Körper dagegen ist in Petersburg beigesetzt worden.

Aussicht: Besonders schön ist der Blick auf Dresden, Ordnung der Türme von rechts nach Links: Johanniskirche, Lutherkirche, Frauenkirche (Kuppel), Neustädter Kirche, Neustädter Rathaus, Kreuzkirche (vor derselben der spitze Turm der Englischen Kirche u. im Vordergr. die Lukaskirche), dann die Katholische Kirche, der Schlossturm, die doppeltürmige Sophienkirche (r. dahinter das Theater), die 2 Telephontürme der K. Post, die Annenkirche u. die Jakobikirche. Hinter der Stadt die langen Fronten der Militärbauten; r. derselben die Waldschlösschenbrauerei, dann das Städtische Wasserwerk (einzelne hohe Esse); nun folgen die Albrechtsschlösser, die Villa Eckberg (in gotischem Stile) und die villenübersäeten Loschwitzer Höhen; vor den Albrechtsschlössern (im Vordergrunde) der Grosse Garten; rechts hinter diesem Vorstadt Striesen (Kirche); ungefähr in der Mitte zwischen der Loschwitzer Kirche und der Villa Eckberg oben auf der Höhe der Weisse Hirsch (Kirche, Kurhaus mit Turm, rechts davon das getürmte Gasthaus zum Weissen Adler). Weiter rechts auf dem Kamme der Friedrich-Augustturm an der Gönsdorfer Windmühle. Am Ende des Loschwitz-Pillnitzer Höhenzuges der Porsberg (drei einzelne über den Wald schauende Fichten); unter diesem Pillnitz und etwas links desselben das dreitürmige Keppschloss. Wir wenden nun den Blick von der Annenkirche (s. oben) links auf die lange Kette der Lössnitzer Weinberge; auf dem Kamme oben die Boxdorfer Windmühle, weiter links das Spitzhaus; im Elbthale dominiert die Kirche von Briessnitz; auf den weiter links folgenden Höhen im Westen fallsn das Schloss Altfranken, etwas rechts unter demselben Rossthal (Turm) und links oben Pesterwitz auf (Kirche). Der Bismarckturm über Plauen schliesst das Bild auf dieser Seite ab.

Unsern Weg weiter verfolgend erreichen wir in wenigen Minuten die Franzenshöhe (Steinbau mit Bänken und Höhenmarke: 187,867 ü. NN).

Hier erblickt man noch im Südosten die Höhen der Sächsischen Schweiz, und zwar den Schneeberg (langgestreckt mit Turm), links desselben die Zschirnsteine, vor diesen der Pfaffenstein, dann der Königstein, dahinter der Papststein (Sattel), weiter links der Kleinhennersdorfer Stein; vor diesem gerade über die Kirche von Leubnitz (im Vordergrunde) hinaus Pirna; weiter links der Lilienstein; unter demselben der Kleine Bärenstein (Gasthaus) und der Grosse Bärenstein; nun folgen die Winterberge; auf der Hochebene vor diesen erscheint die Kirche von Dorf Wehlen; zwischen dem Kleinen Bärenstein und Lilienstein ist noch die Kuppe des Rosenberges zu bemerken; rechts vom Porsberge Dorf Lohmen (lang sich hinziehend).

Man kann nach dem Moreaudenkmal zurückkehren und den unter demselben hinführenden Fahrweg in östlicher Richtung nach Zschertnitz (10 Min.) einschlagen. Daselbst gleich am Eingange das Gasthaus „zum Paradiesgarten“. Von hier aus auf dem Fusswege an der „Zschertnitzer Schanze“ (1866 von den Preissen angelegt, jetzt in eine Anzahl von Mietgärtchen geteilt) nach Dresden zurück.

Aus: „Neues Wanderbuch durch Sachsen. Vierter Teil. Kleiner Führer durch Dresdens Umgebung und die Sächs. Schweiz.“

Brief von Ernst Köhler-Haußen an seine Frau Else

Lichtenstein/Sachsen, den 9.4.1945

„Nackte Leichen überall, vom Phosphor entkleidet“

„Am Morgen des Schreckenstages brachte mir Lenchen zehn Pfund Kartoffeln. Mittags aß ich vergnügt im Zirkus eine mächtige Ladung Kartoffelbrei mit fetttriefender Brühe, war dann noch kurz in der Markthalle zu einem Spielchen, erledigte nachmittags noch einiges Geschäftliche, kam halb acht Uhr nach Haus, zog meinen gutsbesten Anzug aus, hing nach meiner Gewohnheit die Hose in den Spanner, Rock und Weste über den Bügel in den Schrank, zog mir für zu Hause mein schlechtes Gelump an, wärmte und aß die sauren Kartoffelstückchen, die mir Frau Kirchhoff sorglich bereitgestellt hatte, und setzte mich in den Lehnstuhl, um ein vom Intendaten Mühlberg geliehenes Buch von Hans Fischer über ‚Weltwenden‘ ein zweites Mal zu lesen. Auf einmal Vollalarm, und da hörte man auch schon Bomben. Mantel an, ein paar geflickte Wollhandschuhe, die Mittenwalder Sportmütze (echt englisches Fabrikat) auf den Kopf und in den Keller. ‚Na, in einer Stunde bin ich wieder oben, dann rauche ich noch mein letztes Stäbchen und lese weiter, ein oder zwei Uhr kann es meinetwegen werden.

Einhalb zwölf Uhr brach unser Kellereingang zusammen. Wir mußten durch die Mauer des Hauses Nr.10 hinaus und flüchteten in den großen Splittergraben mitten auf dem Zöllnerplatz. Da ließ mir’s keine Ruhe. Etwas mußte ich retten. Ich drang durch das Haus, das im vierten Stock schon brannte, wie der halbe Zöllnerplatz und die ganze, meiner Wohnung gegenüber gelegene Seite der Dürerstraße, über lauter ins Treppenhaus geschleuderte Vorsaaltüren hinauf. Meine Vorsaaltüre fand ich zu, ich mußte sie erst aufschließen. Was sah ich da? Der blaue Lehnstuhl, der im Wohnzimmer in der linken Fensterecke gestanden hatte, lag im Kleiderschrank im Korridor. Ich kam – taghell vom Feuer – bis ins Zimmer, packte, was ich an Papieren erwischte, in die Aktentasche: das ganze Manuskript zu ‚Reigen der Liebe‘ und Abschrift fast aller meiner Gedichte, leider außer der ‚Treppe‘. Dann muß ich in dem Rauch und Feuer und Funkenflug, der durch die Zimmer fegte, einen Augenblick die Besinnung verloren haben, dann, mit einem Strick, umschnürte ich die Steppdecke und das kleine Roßhaarkissen und schleppte es in den Splittergraben. Das ist alles, was ich gerettet habe.

Der Brand des Zöllnerplatzes war furchtbar, namentlich durch den wütenden Sturm, den ja jeder größere Brand hervorruft! Niemand konnte heraus, so eine Glut war auf dem engen Platze. Als ich mich als Erster hinauswagte, war der ganze Platz eine einzige lodernde Wanne. Ich kämpfte mich, immer ganz kurz durch den an die Nase gedrückten Schnurrbart (ein vorzüglicher Luftfilter) atmend, sehr mühsam über Trümmer, Balken und Steine, manchmal von quer über die Straße blasenden Flammen weitergejagt, matt von der Nacht und meinem unhandlichen Bettpack und der manuskriptschweren Aktentasche, bis zum Stephanienplatz.

Nach Begegnung mit mehreren nackten Leichen traf ich dort einen Menschen – und siehe, es war ein Bekannter, sogar ein guter: der Hausbesitzer Günther aus der Mathildenstraße, der drei Jahre lang in der ‚Halle‘ mit mir zu Mittag gegessen, mir oft von ihm gebackenen Kuchen oder ganze Torten mitgebracht und während meiner schweren Krankheit mich reichlich mit Weißbrot, Zwieback und allerlei Nährmitteln versorgt hatte. Sein Vater war Bäckermeister, er selbst Bankbeamter gewesen, dann aber berufslos, denn er wackelte infolge eines Kampfschocks mit dem Kopfe. Der stand auf dem Stephanienplatz in Filzschuhen, ohne Mantel, ohne Kopfbedeckung, mit einem zigarrentütengroßen Papierpäckchen in den Händen und brachte nichts anderes heraus als: ‚Wo soll ich denn hin, wo soll ich denn hin?‘ Ich konnte ihm nichts sagen, denn ich mußte ja weiter, Richtung Rabener und Werderstraße.

Durch die Hänelstraße sah ich, daß viele ihre Wohnungseinrichtung, Betten und ähnliches in die Vorgärten gebracht hatten. Alles verbrannte, vom Funkenflug angezündet. Nackte Leichen lagen, vom Phosphor entkleidet, überall herum. Ein weinender Mann kniete, ein älterer Mann, neben einer jungen weiblichen Leiche und streichelte sie weinend. Dort begegnete mir der große Blasewitzer Schmetterlingsmann Banghaas, seelenvergnügt, er kam aus dem Ratskeller. Nahe dem Großen Garten traf ich den Opernsänger Hanns Lange, ziemlich verstört, sonst keinen lebenden Menschen. Der Große Garten sah furchtbar aus. Alle fünf Meter lag eine Brandbombe.

Durch den Eisenbahndurchgang zur Franklinstraße mußte ich unten auf der Straße durch die heruntergestürzten Schienen klettern. In die Rabener Straße konnte ich wegen Qualm und Feuer nicht hinein, sah aber das zusammengestürzte und ausgebrannte Haus Nr.25. Mühsam kam ich durch Qualm und Feuer – Mittwoch, etwa zwei Uhr – durch die Schnorrstraße bis zur Werderstraße. Auch dort konnte ich nicht hinein und sah auch dort nur die leere Nr.25. Bis zur Nr.4 zu kommen, war ganz unmöglich. Ich kam bis zur Reichenbachstraße, dort traf ich den vierten lebenden Menschen, einen Amtsträger, den ich nach einer Auffangstelle fragte. ‚Es gibt keine. Machen Sie nur, daß Sie nach Strehlen ins Freie kommen, Herr Onkel!

Am Neuen Carola-Haus, das noch zur Hälfte stand, konnte mich die letzte Tasse Kaffee, die man dort hatte, kaum erquicken. Alarm! Flieger! Wir flüchteten in einen in der Schanze gegrabenen Stollen, in den die vor Abspannung wankenden Schwestern auf Bahren Verwundete herübertrugen. Dann die Teplitzer Straße hinaus, Jugendheim, die großen Luftwaffenbauten auf dem Gelände der ‚Villa Strehlen‘ (früher Königin Carola) und das riesige Seminar brannten noch immer hell und hoch. Jenseits des Wasaplatzes standen noch zuweilen Häuser, schließlich ganz unversehrte. Da ich kaum mehr weiterkonnte, gab ich mein Bettenbündel und meine schwere Aktentasche in irgendeine Erdgeschoßwohnung hinein und wankte weiter bis zu einer großen Schule. Dort gab’s nichts als Schulbänke und ein paar Stühle, von denen ich nach langem Herumstolpern einen erwischte. So konnte ich nun wenigstens sitzen. Zwei Scheiben trocken Brot erwischte ich auch.

Gegen acht Uhr kam wieder Alarm. Die Schule hatte keinen Luftschutzkeller. Schrägüber stand ein sehr großes stattliches Haus, an dem nur einige Fensterscheiben entzwei waren. Dort kam ich in einen großen, mit Balken trefflich ausgestützten hohen Keller, in dem Teppiche lagen und bequeme Polsterstühle mit feinen Leuten standen. Ein junges Ehepaar saß sogar in einem Strandkorb und ’speiste‘. Eine Petroleum-Hängelampe brannte. Ich fand einen Holzstuhl.

Nach einer halben Stunde hatte ich herausgehört, daß unter den Hausbewohnern ein Oberst mit seiner Frau Gemahlin und zwei adlige Fräuleins waren. Ich stand auf, sagte Namen und Beruf und bat, daß nach Beendigung des Alarms jemand mich mit in die Wohnung nehmen und mir wenigstens Gelegenheit geben möchte, mich die Nacht über auszuruhen. Was meinst Du wohl, was darauf erfolgte? He? Bis zur Entwarnung sprach keiner mehr ein Wort!!! Eine wohl wie ich zufällig zugewanderte Dame verbrannte sich völlig ergebnislos den Mund, ich ging wortlos grüßend wieder in die Schule und verbrachte die Nacht auf einem Stuhl. Morgens um neun Uhr gab’s ein paar Scheiben trocken Brot und eine Tasse Kaffee (…).

An der Neuen Technischen Hochschule, die zum Teil noch hell brannte, fand ich gegen vier Uhr nachmittags die erste organisierte Leistung. Ein paar Amtsträger warteten auf alle Sorten Autos, in die dort ankommende Flüchtlinge eingepackt und irgendwohin gefahren wurden. Da ich nach Lichtenstein wollte, mußte ich auf irgendeine Gelegenheit wenigstens in dieser Richtung warten. Dort ging der Inhaber von Blumen-Bartsch vorbei, einen mit einer grünen Decke zugedeckten Handwagen ziehend. Darauf lag sein mit schwerer Lungenentzündung kranker Schwiegervater.

Endlich nahm mich (…) ein kleines Auto mit. Richtung und Ziel Freiberg. Aber die gute Käsehitsche muckte. Alle zwei- bis dreihundert Meter blieb sie stehen, und der Fahrer mußte erst wieder Benzin pumpen oder sonstwas reparieren. So waren wir bis neun Uhr abends bis Hartha gekommen, wo das gute Tier seinen Geist aufgab. Aber ein umsichtiger NSV-Leiter gab mir gleich einen provisorischen Flieger-Geschädigten-Schein, reichlich Wurstbemmen und Kaffee. Die Nacht verbrachte ich auf einer großen Strohschütte auf dem Tanzboden des Hotels Hartha – freilich, viel Schlaf gab’s nicht, da die ganze Nacht Verwundete aus Lazaretten hereingetragen wurden.“

Am andern Morgen ging’s weiter, zuerst mit einem Milchauto, ab Tharandt mit dem Zug. Nach zehn Stunden Fahrt langt der Erschöpfte bei den Verwandten auf Schloß Lichtenstein an. In seinem Zufluchtsort überlebte er die Flucht nur ein Jahr. Köhler-Haußens letzte Sätze über den Untergang Dresdens lauten:

„Als ich mich gerade wusch, kam Paula und weinte vor Freude, daß ich nicht in Dresden umgekommen war. Es waren in Lichtenstein entsetzliche Zahlen von Toten genannt worden — von denen ich heute glaube, daß sie ungefähr das Richtige treffen.“

Albin Voigt

  • 1858 – 1928
  • Sohn eines Nagelschmiedes
  • absolvierte Kellnerlehre
  • 1890 „Weinprobierstube“ der Weinhandlung von Spielhagen auf der Annenstraße
  • „Albin Voigts Bürgerliche Wein- & Frühstücksstuben“ auf der Frauengasse
  • Hochzeit mit Hedwig Seitz (1869 – 1945)
  • Übernahme einer „Weinhandlung mit Schoppenstube“ auf der Webergasse 23
  • Übernahme des „Kurhaus Wartha“ für vier Jahre (1894 – 1898)
  • Übernahme des renommierten „Hotels Fürst Bismarck“ am Neumarkt
  • Konkurs
  • Neustart mit „Johannisberger Hölle“ auf der Scheffelstraße
  • 1903 Übernahme der bescheidenen Weinstube „Goldene Weintraube“ auf der Weißen Gasse
  • entwickelte sich zu einem der führenden Dresdner Weinrestaurants
  • Voigt führte „Hamburger Büffet“ ein, wo der Gast für einen Festpreis vom Büffet die Speisen selbst auswählen konnte
  • Erweiterung um angeschlossene Weinhandlung
  • Oktober 1911 Neueröffnung als „Voigts Weinrestaurant“ mit neuem Anspruch
  • besonderer Anziehungspunkt war ein luxuriöser „Grill-room“, bis 4 Uhr früh Grillgerichte
  • gepflegte Unterhaltung durch „Künstler-konzerte“ in der „Traube“
  • außerdem: eine elegante „American-bar“ für Nachtschwärmer
  • ab 1914: „Original Pilsner Urquell“ Schankstube
  • ab 1. April 1918 Übernahme des Lokals durch Hofopernsänger Josef Pauli

Hedwig Voigt

– geb. Seitz
– Gastwirtstochter
– erste Küchenmeisterin Deutschlands
– 1893 Ehe mit Albin Voigt
– 1894 übernahmen sie das Kurhaus Hartha am Tharandter Wald
– 1898 am Neumarkt in Dresden das „Hotel Bismarck“
– Konkurs infolge zu hoher Pacht
– Weinstube „Johannisberger Höhe“, Scheffelstraße
– 1903 Weinrestaurant „Zur Traube“ in der Weißen Gasse
– 1905 Geburt des Sohnes Hansotto
– 1920 Übernahme des „Luisenhof“

Gänsediebbrunnen

Der Gänsediebbrunnen ist ein Brunnen in der Weißen Gasse (Innere Altstadt). Er besteht aus einer Bronzefigur auf einem Granitunberbau in einem Wasserbecken. Robert Dietz erschuf die Bronzefigur, welche ihm Weltruhm einbrachte, 1878 ursprünglich als Standbild. Der Architekt Bernhard Paul Weidner schuf dafür den Unterbau. Der Bronzeguss wurde von der Dresdner Gießerei Bierling ausgeführt. Dargestellt ist ein junger Mann, der zwei Gänse stiehlt. Zwei weitere Gänse befinden sich am Granitunterbau.

GänsediebbrunnenAm 20. April 1880 wurde der Brunnen auf dem Ferdinandplatz eingeweiht. Finanziert wurde er aus Mitteln der Güntzstiftung von Justus Friedrich Güntz. Bei der Internationalen Kunstausstellung in München 1879 bekam der Brunnen die Große Goldmedaille. Die Luftangriffe auf Dresden im Februar 1945 überstand der Brunnen unbeschadet, der Ferdinandplatz hingegen wurde leider komplett zerstört, weshalb der Brunnen 1961 auf seinen heutigen Standort in der Weißen Gasse umgesetzt wurde. Von 1991 bis 1992 wurde der Brunnen rekonstruiert.

In Pößneck, der Heimatstadt Diez‘, steht eine Kopie des Brunnens.

Die Brunnenfigur stellt den jungen Thomas Platter, den späteren Rektor der Lateinschule Basel, beim Diebstahl zweier Gänse dar. Plattner besuchte 1512 als fahrender Schüler die Kreuzschule in Dresden. Für das Abschiedsessen mit dem Schulmeister stahl er zwei Gänse.

Plauen

Plauen Dorfwappen

Wappen des Dorfes Plauen

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Plauen – übrigens gemeinsam mit Dresdens Ersterwähnung – in einer Urkunde vom 31. März 1206. Als Zeuge wurde in diesem Dokument ein ritterlicher Schutzherr namens „Johannes de Plawen“ genannt, der dem Dorf auch seinen ursprünglichen Namen verlieh, welcher im Altslawischen so viel wie schwimmen, schwemmen oder flößen bzw. „Dorf an der Flöße“ bedeutet. Wahrscheinlich darauf zurück zu führen, da sich an der Weißeritz eine Flößerei befand.

Bereits 1300 war Plauen im Besitz einer eigenen Kirche, was – neben den 30 Bauerngehöften – das Dorf zu einem der größeren in der Dresdner Umgebung machte.

Plauen wurde am 1. Januar 1903 zu Dresden eingemeindet.

Gottlieb Traugott Bienert

Gottlieb Traugott Bienert

Gottlieb Traugott Bienert

Für das Dorf Plauen (1903 zu Dresden eingemeindet) war Gottlieb Traugott Bienert eine Art Heiland. Durch seine Arbeit (verbunden mit seinen finanziellen Unterstützungen), seinen Großmut und sein soziales Engagement brachte er den Fortschritt in das Dorf. So errichtete er 1874 eine Gasanstalt, welche die neue Gas-Straßenbeleuchtung versorgen sollte. Außerdem finanzierte er den Bau einer Kinderbewahranstalt (1883) und des Rathauses (1894). Plauen wuchs nicht zuletzt durch ihn vom Bauerndorf zum wohlhabenden Vorort.

Gottlieb Traugott Bienert wurde am 21. Juli 1813 in Eschdorf bei Dresden geboren und verstarb am 22. Oktober 1894 in Plauen bei Dresden. Er war ein Müller und Bäcker, der es zum Großindustriellen brachte.

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